Geschäftsbericht
2020
6/44

UNSER WASSER. 
UNSER ELEMENT.

Geschäftsbericht 2020

Verbandsvorsteher Sven Ambrosy, Geschäftsführer Karsten Specht


Vorwort


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser, 

nie zuvor hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband in seinem 72-jährigen Bestehen solche Herausforderungen und Veränderungen durchlebt wie im Jahr 2020. 

Die Corona-Pandemie hat unsere Lebensgewohnheiten massiv verändert. Sie hat unsere Freiheit eingeschränkt, der Wirtschaft geschadet, viele Arbeitsplätze gekostet. Das Virus hat vielen Menschen den Tod bedeutet. Das ganze Ausmaß der Pandemie lässt sich erst später beziffern. Doch eine wichtige Erkenntnis liefert sie uns schon jetzt: Die öffentliche Daseinsvorsorge hat sich als Rückgrat der Gesellschaft erwiesen. Unter schwierigsten Bedingungen ist es gelungen, die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung jederzeit sicherzustellen. Dies ist ein großartiges Verdienst unserer Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeiter, die die Situation angenommen und den Betrieb unserer Werke und Anlagen gesichert haben. Diese Leistung verdient höchstes Lob und Anerkennung. 

In Zeiten von wochenlangen Lockdowns hat die Lebensqualität in der Wohnung oder dem eigenen Haus eine neue Bedeutung bekommen. Es ist kaum vorstellbar, was geschehen wäre, wenn die Wasserversorgung aufgrund von Werksausfällen unterbrochen worden wäre. Oder wenn auch nur eine unserer 45 Kläranlagen ausgefallen wäre. Daseinsvorsorge bedeutet, für die Grundbedürfnisse der Menschen da zu sein und Sorge zu tragen. Mehr als eine Million Menschen vertrauen auf unsere Leistung. Dieser Verpflichtung und diesem Vertrauen sind wir gerecht geworden. 

Die Pandemie darf nicht davon ablenken, dass die Wasserwirtschaft eine Reihe weiterer Herausforderungen stemmen muss. Im dritten Jahr in Folge haben unsere Wasserwerke Rekordabgaben verzeichnet. Die Förderrechte sind weitgehend ausgeschöpft. Um mit dem Wachstum mancher Region Schritt halten zu können, bedarf es zusätzlicher Wassermengen. Diese lassen sich aufgrund langjähriger und komplexer Wasserrechtsverfahren nicht kurzfristig beschaffen. Gleichzeitig ist bei der Niederschlagsbeseitigung ein Um­denken erforderlich: Statt Regenmengen abzuleiten, müssen Speichermöglichkeiten geschaffen werden. So können wir immer häufigeren Dürreperioden begegnen. 

Das Werteverständnis, auf dem unser Verband 1948 gegründet wurde, erfährt eine Renaissance: Solidarität. Mehr denn je müssen wir die wasserwirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Versorgern suchen und uns wechselseitig unterstützen. Denn auch um uns herum spitzt sich die Versorgungssituation zu. 

Die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft lassen sich am besten lösen, wenn wir über unsere Landkreis- und Verbandsgrenzen hinausdenken und uns gegenseitig unterstützen. Dann können uns Pandemien, Dürren und Starkregenfälle weiterhin nichts anhaben. 

Ihr


Sven Ambrosy                  Karsten Specht
Verbandsvorsteher           Geschäftsführer