Geschäftsbericht
2020
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UNSER WASSER – UNSER VERSPRECHEN

Quelle des guten Geschmacks

Warum die Molkerei Rücker auf regionale Herkunft setzt

Lebensmittel sind Vertrauenssache. Und kaum etwas erzeugt so viel Vertrauen wie regionale Herkunft. „Käsekultur von der Küste“ heißt das bei Rücker. Für ihre Käsespezialitäten aus Küstenbauernmilch garantiert die Familienmolkerei in Aurich die Herkunft des Rohstoffs – maximal 80 km von der Küste entfernt. Zum Qualitätskonzept gehört das Trinkwasser des OOWV.

Macht Nachhaltigkeit zum Top-Thema: Molkereimeister Thorsten Schmitz 

„Ohne Wasser geht bei uns nichts“, sagt Thorsten Schmitz. Und davon braucht der Molkereimeister jede Menge. Zum Vorkühlen der Milch. Um Betriebskulturen für die Käseproduktion anzusetzen. Oder um Anlagen penibel zu reinigen. Für den Werksleiter der Familienmolkerei Rücker ist die Qualität des Frischwassers so wichtig wie das Naturprodukt, das ihm die Landwirte von den saftig grünen Wiesen aus der Region liefern. Zwei Millionen Liter Milch werden täglich von der Molkerei zu Spezialitäten von der Küste verarbeitet: naturgereifte Gelb­käsespezialitäten wie der Küsten-Urtyp, ein ­Tilsiter nach Holsteiner Art, traditioneller friesischer Hirtenkäse, Küstenbauernbutter sowie weitere Milcherzeugnisse.

» Ohne Wasser geht bei uns nichts.
Thorsten Schmitz


Regionales Konzept, globale Strategie  

Von den 90.000 Tonnen Käse, 20.000 Tonnen Butter und 20.000 Tonnen Milchpulver, welche die 1890 gegründete Familienmolkerei jährlich am Rücker-Standort Aurich sowie in der Ostsee-Molkerei Wismar produziert, geht nur ein Teil der Molkereiprodukte unter der Dachmarke ­Rücker in den Lebensmitteleinzelhandel. Über nationale und internationale Vertriebswege ­werden Industriekunden in ganz Europa, der Groß- und Fachhandel sowie der Ethno-Food-Handel bedient. Exportiert werden diese Produkte in über 80 Länder der Welt. 

„Wir sind heute Markt- und Qualitätsführer für naturgereiften Käse von der Küste“, sagt Firmenchef Klaus Rücker, dessen Großvater Eduard 1890 ursprünglich auf Fehmarn damit begann, naturgereiften Tilsiter herzustellen. Vertrauen, Anspruch, Beständigkeit, Heimatverbundenheit – das sind einige der Attribute, mit denen die Molkerei ihre Käsekultur beschreibt. Rücker zähle „zu den besten Tradi­tionsunternehmen Deutschlands“, urteilten die Magazine Focus und Focus Money 2019 nach einem Vergleich von Arbeitgebern in der Ernährungsbranche.

Zertifizierte Standards, hohe Qualität 

Qualitätsmanagement hat die Familienmolkerei verinnerlicht. Höchste Qualität und Lebensmittelsicherheit werden dem Unternehmen nicht nur nach den strengen Prüfkriterien des International Featured Standard (IFS) Food Standard oder nach Sedex Members Ethical Trade Audit (SMETA) 4-Pillar bescheinigt, eine Zertifizierung, die auch Nachhaltigkeitsaspekte einbezieht. Darüber hinaus sind Produkte und Zutaten der Molkerei aufgrund ihrer Reinheit und Verarbeitungsweise als halal und koscher eingestuft – damit entsprechen sie auch muslimischen beziehungsweise jüdischen Speisevorschriften.

„Wir stellen Nachhaltigkeit ganz nach vorn“, sagt Werksleiter Schmitz. Wenn es um Investitionen in neue Maschinen geht, bedeutet das: Nur wenn der Wasserverbrauch moderat bleibt, hat das Angebot eine Chance. Mitarbeiter­schulungen drehen sich darum, verantwortungsbewusst mit natürlichen Ressourcen umzugehen. „Jeder hier übernimmt Verantwortung für jede einzelne Wasserstelle und jeden einzelnen Wasserzähler.“ Auch die Nutzung des 30 Grad warmen Abwassers für die Heizung ist Teil des Nachhaltigkeitskonzepts, nichts wird verschwendet. Wasser, das der Rohmilch im Fallstromverdampfer bei der Produktion von Magermilchpulver entzogen wird, findet für Reinigungsarbeiten Verwendung.



» Wir stellen Nachhaltigkeit ganz nach vorn.
Thorsten Schmitz



Verlässliche Versorgung rund um die Uhr

Versorgt wird die Molkerei Rücker, deren Auricher Werk in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt, vom OOWV-Wasserwerk in Egels. Und wenn es auf Seiten des OOWV einmal zu Wartungsarbeiten an den Leitungen kommen würde, werde man rechtzeitig informiert: „Das klappt zu 100 Prozent.“

Schmeckt man die Wasserqualität aus Egels in den Molkereiprodukten? So weit will Schmitz nicht gehen. Allerdings sei der geringe Härtegrad besser für die Qualität. Und das sei dann schließlich doch ein strategischer Vorteil. Viel wichtiger sei ihm aber die verlässliche Versorgung:

Rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, einen gleichbleibenden Wasserdruck in der Leitung zu haben, sei ein wichtiger Faktor, um die Produktion am Laufen zu halten.  

Stellt sicher, dass auch Informationen fließen: Jens Pulina, Abteilungsleiter Vertrieb und Kooperation beim OOWV

Jens Pulina, OOWV

Trinkwasser ist ein wichtiger Produktionsfaktor in der Molkerei Rücker. Gibt es Abweichungen bei den Versorgungsmengen, weil beispielsweise Spülungen im Rohrnetz des OOWV vorgenommen werden, informiert Jens Pulina die Molkerei rechtzeitig. „Wir stehen immer im direkten Austausch“, berichtet der Großkundenmanager. So weiß der OOWV im Umkehrschluss auch, wann die Molkerei Abnahmemengen erhöhen muss. „Wir arbeiten gut zusammen“, sagt Pulina, „das ist eine echte Partnerschaft.“