Geschäftsbericht
2020
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VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN CHANCEN UND RISIKEN




Risikomanagement

Zur frühzeitigen Identifikation, Analyse und Steuerung von Risiken unterhält der OOWV ein umfassendes Risikomanagementsystem, das sowohl den rechtsformunabhängigen Anforderungen des § 91 Absatz 2 des Aktiengesetzes als auch § 53 des Haushaltsgrundsätzegesetzes entspricht. Ziel ist, die Unternehmensrisiken kontinuierlich zu überwachen, neue Risiken zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu kritischen Risiken einzuleiten. Das Risikomanagementsystem überprüfen wir in regelmäßigen Abständen und passen es gegebenenfalls an die aktuellen Gegebenheiten des Verbands an.

In der Regel wird das bestehende Risikokataster pro Quartal aktualisiert und darauf basierend jährlich ein Einjahres- und ein Mehrjahresrevisionsplan erstellt. 

Der Verband verfügt über ein IT-System zur systematischen Verwaltung der Risiken, mit dem regelmäßige Reportings erstellt werden können und das geeignete Freigabestrategien enthält. Mit diesem System steht dem Unternehmen ein wirksames Werkzeug zur Unterstützung des Risikomanagements zur Verfügung.

Zudem setzt der OOWV zur Früherkennung und Bewältigung von Risiken organisatorische Verfahren und Instrumente ein. Dazu gehören regelmäßige Geschäftsführungs- und Bereichsleitersitzungen, ein aussagefähiges internes Berichtswesen sowie eine kontinuierliche Wirtschaftsplanung und -steuerung.


Risikobeurteilung

Wir haben das allgemeine Risiko nicht ausreichend verfügbarer Wassermengen zur Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgabe. Einerseits werden Wasserrechtsverfahren durch die Aktivitäten von Bürgerinitiativen schwieriger und langwieriger, andererseits steigt im Verbandsgebiet der Trinkwasserbedarf, den wir decken müssen. Gleichzeitig verzeichnen wir stetig steigende Schadstoffbelastungen, die die Qualität des förderbaren Grundwassers in der Zukunft beeinträchtigen. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen besteht die Gefahr, dass sich die Qualität des Trinkwassers vermindert. Erhöhte Aufbereitungskosten wären die Folge.

Die langfristig nicht absehbare Zinsentwicklung am Kapitalmarkt birgt bei hohem Fremdkapitalanteil ebenfalls ein Risiko, wie auch die wachsenden Anforderungen bei der Fremdkapitalbeschaffung und die damit verbundenen Kreditkosten durch Basel IV. 

Als weitere Risiken haben wir Preissteigerungen im Beschaffungsbereich identifiziert. Zudem schränken neue gesetzliche Regelungen die landwirtschaftliche Verwertung von Reststoffen aus der Abwasserbehandlung ein. Als Lösung bietet sich die jedoch kostenintensivere Verbrennung an, in die wir bereits im Rahmen des KENOW-Projekts zusammen mit Partnern investieren. 

Weitere Kostenrisiken bestehen in der regelmäßig politisch diskutierten Forderung nach einer zusätzlichen Reinigungsstufe bei den Kläranlagen, ohne dass die Verursacher der Schadstofffrachten an den Kosten beteiligt werden. Sollte diese Vorgabe ohne die Beachtung des Verursacherprinzips umgesetzt werden, sind Entgelterhöhungen unausweichlich. 

Alle Risiken werden im Rahmen unseres Risikomanagementsystems laufend beobachtet und durch geeignete Maßnahmen begrenzt.

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 sowie die Einschränkungen dadurch sind im Jahr 2020 vorherrschend gewesen. In der Folge hat die deutsche Wirtschaft den größten Einbruch seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 erleiden müssen. Wie bereits im Jahresabschluss 2019 pro­gnostiziert, sind die finanziellen Auswirkungen auf den OOWV im Berichtsjahr nicht gravierend gewesen. Grundsätzlich kann auch für das folgende Jahr 2021 davon ausgegangen werden, dass keine wesentlichen finanziellen Negativauswirkungen auf den Verband zukommen werden. Dennoch muss weiterhin mit dem Risiko gerechnet werden, dass die Pandemie derzeit nicht absehbare finanzielle Folgen nach sich zieht, die insbesondere nicht in ihrer Werthöhe abgeschätzt werden können.

Bestandsgefährdende Risiken sind aus heutiger Sicht dennoch nicht erkennbar.